Schönheit


Schönheit

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Schön|heit ['ʃø:nhai̮t], die; -, -en:
a) <ohne Plural> das Schönsein:
die Schönheit des Stils, seines Gesichts; die Schönheit ihres Gesangs; ein Werk von klassischer Schönheit; ihre strahlende, jugendliche Schönheit.
Syn.: Anmut, Glanz, Herrlichkeit, Pracht.
Zus.: Formschönheit, Klangschönheit.
b) auffallend schöne Person:
sie war schon als Kind eine kleine Schönheit; er ist nicht gerade eine Schönheit.
Zus.: Dorfschönheit.
c) alles, was [an einer Sache, Gegend] schön ist:
die landschaftlichen Schönheiten kennenlernen; sie zeigte ihm die Schönheiten der Stadt, des Landes, der Umgebung.

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Schön|heit 〈f. 20
I 〈unz.〉 das Schönsein, schönes Aussehen
II 〈zählb.〉 schöne Person, Sache ● die \Schönheit der Natur; sie ist eine \Schönheit; ein Kunstwerk von großer, klassischer \Schönheit; landschaftliche \Schönheiten

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Schön|heit, die; -, -en:
1. <o. Pl.> das ↑ Schönsein (1):
die klassische S. des Stils;
ihre strahlende, makellose, jugendliche S.;
die S. ihres Gesangs.
2.
a) etw., was [an einer Sache] schön (1 b) ist; das Schöne (1 b):
landschaftliche -en;
sie zeigte ihm die -en der Stadt, der Umgebung;
b)schöner (1 a) Mensch:
sie ist eine [ungewöhnliche, verblühte] S.;
er ist nicht gerade eine S.;
sie war schon als Kind eine kleine S.

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Schönheit,
 
Vorstellung vom Ideal eines Menschen in Bezug auf seine Gestalt, sein Aussehen und seine Ausstrahlung. Was Schönheit ist, wird in verschiedenen Kulturen und geschichtlichen Epochen unterschiedlich definiert. So galt z. B. in der Zeit des Barock (17. Jahrhundert) eine Frau als »schön«, die nach heutigen Maßstäben eher als dick und damit als »unschön« gelten würde. Die Bedeutung des Wortes Schönheit hängt oft auch vom Geschlecht ab: In gesellschaftlichen Gruppen, die sich stark an traditionellen Rollenbildern von »Mannsein« und »Frausein« orientieren, lässt sich beobachten, wie körperliche Attraktivität gerade für Mädchen und Frauen die wesentliche Grundlage ihres Status bildet, während Jungen und Männer ihren Wert mehr auf Wissen, Fähigkeiten und körperliche Kraft gründen. Dieser Ungleichheit lässt sich nur entgegenwirken, indem auch Mädchen und Frauen sich all ihrer Stärken bewusst werden und diese behaupten. Jungen dagegen könnten lernen, sich mehr mit ihrer körperlichen Ausstrahlung zu beschäftigen.
 
Schönheit hat zwei Seiten. Einerseits: Sich schön zu fühlen macht selbstbewusst; das stärkt, gerade im Prozess des Erwachsenwerdens, die soziale und sexuelle Identität als Mann oder Frau. Sich schön machen kann, in unserer gesellschaftlichen Realität vor allem für Mädchen, Spaß machen und bedeuten: Jetzt werde ich eine erwachsene Frau und mir meiner erotischen/sexuellen Ausstrahlung bewusst. Das kann ein Gefühl des Dazugehörens, des Bestehens unter Gleichaltrigen, auch des Überlegenseins wachsen lassen und es wird leichter zu sagen: »Das bin ich«. Andererseits ist es aber auch eine Aufgabe, sich mit dem Setzen dieser »Signale« nicht den Wünschen anderer anzupassen, sondern die eigenen Grenzen zu wahren und die eigene Identität zu finden. Jeder Mensch kann für sich herausfinden, was Schönheit für ihn ausmacht - bei sich selbst und bei anderen. Sich den herrschenden und in den Medien propagierten Schönheitsnormen anzupassen, kann verhindern, einen eigenen Stil zu entwickeln. Wo Schönheit mit Jugendlichkeit gleichgesetzt wird, verbreitet sich leicht die Scheinwahrheit, dass man sie festhalten, »konservieren« kann. So aber würde Schönheit zu einem von anderen festgelegten unerreichbaren Ideal, das vom eigenen Körper und Wesen entfremdet.
 
Ein möglicher Ausweg ist der Mut zum Abschied von vorgegebenen Normen, der Mut zu einer Auffassung von Schönheit, die sowohl vom Aussehen wie vom Gespür für die eigene Ausstrahlung geprägt ist, einer »Stimmigkeit« von Innen und Außen: Frisur, Kleidung, die Art zu sprechen, sich zu bewegen, das Temperament - all das gehört untrennbar zusammen und macht die spezielle Schönheit dieses Menschen aus. Ein Mensch empfindet sich dann als schön, wenn er sich in seinen körperlichen und seelischen Gegebenheiten annimmt und seine inneren und äußeren Möglichkeiten zur Entfaltung bringt. Nicht zufälligerweise fühlt man sich schön, wenn man glücklich ist, wenn man »sich wohlfühlt in seiner Haut«. Ebenso machen Menschen die Erfahrung, dass die Liebe bewirkt, sowohl die eigene Schönheit zu spüren als auch die Schönheit des anderen zu erkennen: »Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet« (Christian Morgenstern).

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Schön|heit, die; -, -en [mhd. schœnheit]: 1. <o. Pl.> das Schönsein (1): die klassische S. des Stils, seines Gesichts; ihre strahlende, makellose, jugendliche S.; die S. ihres Gesangs; die ganze natürliche S. des geschnittenen, zu Möbeln, Fußböden usw. verarbeiteten Holzes (Mantel, Wald 17); du Wunschbild, dessen S. ich küsse (Th. Mann, Krull 207); er konnte sich der S. Diotimas nicht ganz entziehen (Musil, Mann 93); Rico hat noch nie einen solchen Salon gesehen, er dünkt ihm reich und von erlesener S. (Thieß, Legende 30); die tänzerischen Passagen ihrer Kür waren von einzigartiger S. (Maegerlein, Triumph 57). 2. a) etw., was [an einer Sache] ↑schön (1 b) ist; das Schöne (1 b): landschaftliche -en; In seinem Hotelzimmer, dessen einzige S. ein Balkon war (Konsalik, Promenadendeck 193); sie zeigte ihm die -en der Stadt, des Landes, der Umgebung; ein erstes Abschiednehmen von den -en der Welt (Stern, Mann 268); b) schöner (1 a) Mensch: sie ist eine [ungewöhnliche, verblühte] S.; Der Herr war wirklich eine männliche S. (Zwerenz, Kopf 252); er ist nicht gerade eine S.; sie war schon als Kind eine kleine S.; Cyane, seine Frau, eine misstrauisch gewordene, menschenscheue S. (Ransmayr, Welt 130); Kaum ist ... der Vorhang unter ohrenbetäubendem Getöse zu Boden gefallen, stehen schon die ersten nackten -en auf der Bühne (Rheinpfalz 30. 9. 92, 17).

Universal-Lexikon. 2012.

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